Lehrer und Schüler lesen in einem Buch
24.06.15 14:40 Alter: 3 yrs
Kategorie: Haus Rheinfrieden Pressemitteilungen, Top News
24.06.15

„Mein Traum ist es, einmal als Lehrer wiederzukommen“

Marcel Kuhn hat gerade die Höhere Handelsschule abgeschlossen - mit der bestmöglichen Note, einer glatten 1,0. Jetzt lockt ihn das Studentenleben und danach die Aussicht, vielleicht einmal als Lehrer an seine alte Schule, das Nell-Breuning-Berufskolleg in Rhöndorf, zurückzukehren.


Freut sich über seinen erfolgreichen Schulabschluss: Marcel Kuhn vor dem Sportplatz von Haus Rheinfrieden.

Freut sich über seinen erfolgreichen Schulabschluss: Marcel Kuhn vor dem Sportplatz von Haus Rheinfrieden.

Eine „tolle Zeit“ sei es gewesen, die Schul- und Internatszeit im Haus Rheinfrieden in Rhöndorf. So toll, dass sich Marcel Kuhn, der die Fachhochschulreife als bester seines Jahrgangs erreicht hat, „auf jeden Fall" vorstellen kann, einmal wiederzukommen. Dann würde er selbst gerne als Lehrer eine Klasse unterrichten – in seinem Lieblingsfach BWL, vielleicht auch noch in Mathe.


Zwei Dinge treiben den 20-Jährigen an, der vor Energie nur so sprüht, obwohl er gerade noch in zwei mündlichen Prüfungen gesessen hat: Zum einen das große Interesse an betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. „Zum anderen finde ich es schlichtweg authentisch, wenn in einer Schule, in der behinderte Schüler lernen, ebenso Lehrer mit Handicap unterrichten“, so Kuhn, selbst seit der Kindheit auf den Rollstuhl angewiesen.

 

Das Haus Rheinfrieden gehört zur Josefs-Gesellschaft und besteht aus dem Nell-Breuning-Berufskolleg und einem Internat. Im Nell-Breuning-Berufskolleg, einer Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung, bereiten sich junge Menschen mit Körperbehinderung auf eine Ausbildung oder ein Studium in den entsprechenden Berufsfeldern vor. Marcel Kuhn hat es eine Kombination aus den Studiengängen Wirtschaftspädagogik, Sozialpädagogik und BWL angetan. „Vorher muss ich aber noch ein Praktikum absolvieren. Das Studium kann ich dann hoffentlich nächstes Frühjahr beginnen.“ 

 

Auch zu der Frage nach dem Studienort hat sich der gebürtige Saarländer schon seine Gedanken gemacht: „Vielleicht an der Uni Mainz. Hauptsache weg von Zuhause! Das ist für mich ein ganz wichtiger und notwendiger Schritt hin zu noch mehr Selbstständigkeit.“


Angst oder Sorgen bei dem, was alles Neues auf ihn zukommen wird? „Mache ich mir nicht. Natürlich passiert es einem als Rollstuhlfahrer hin und wieder, dass man mit Hindernissen konfrontiert wird – vor allem in einer fremden Umgebung, in der man die barrierefreien Wege noch nicht kennt. Aber ich sehe das eher als Herausforderung. Es muss ja irgendwie funktionieren!“Wohnen möchte Marcel Kuhn am liebsten studententypisch in einer WG. „Ganz alleine kommt für mich dann doch nicht infrage. Hier im Internat war einfach immer was los!“