Haus Rheinfrieden

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    Lehrer und Schüler lesen in einem Buch
    23.02.15 10:40 Alter: 3 yrs
    Kategorie: Top News, Haus Rheinfrieden Pressemitteilungen
    23.02.15

    "Die Experten sind wir"

    Janis Bonn, Schüler im Nell-Breuning-Berufskolleg im Haus Rheinfrieden, Rhöndorf, hat die Selbsthilfegruppe „Mobilität im Rollstuhl – mobil wie du und ich“ gegründet – mit Unterstützung der Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln.


    Herr Bonn, die Selbsthilfegruppe existiert seit Juli 2014. Wer nimmt daran teil?


    Die meisten Mitglieder sind Rollstuhlfahrer, die in den verschiedensten Situationen erlebt haben, dass es in vielen Bereichen des Lebens zu Barrieren kommt. Es sind aber auch Freunde, Angehörige, FSJler und andere Interessierte dabei, die wissen möchten, was zum Beispiel bei einem Kinobesuch oder einem gemeinsamen Abend im Biergarten zu beachten ist. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Krefeld, und unsere Gruppe wächst stetig.


    Welche Ziele verfolgen Sie?

     

    Viele Barrieren lassen sich überwinden – man muss eben nur wissen, wie. Wir wollen Ansprechpartner sein für diejenigen, die dabei Hilfe brauchen und die sich fragen: Wie kann ich mein Leben möglichst selbstständig bestreiten, welche Hilfen gibt es und woher bekomme ich sie? Dazu gehört auch, dass wir uns gegenseitig beim Ausfüllen von Anträgen oder bei Behördengängen unterstützen.


    Gibt es Fragen, die besonders häufig gestellt werden?


    Oft kommen Rollstuhlfahrer verschiedenster Altersgruppen zu uns, die gerne unabhängiger werden möchten – vor allem von den Eltern, auf die sie bisher im Hinblick auf ihre Mobilität angewiesen waren. Dann geht es darum, eine geeignete Assistenz zu finden und diese zu beantragen.


    Welche gesellschaftlichen Probleme sehen Sie in Bezug auf Mobilität?


    Es wird viel über Inklusion gesprochen, aber Tatsache ist, dass die räumlichen Gegebenheiten dafür noch nicht vorhanden sind. Wenn es um Barrierefreiheit geht, werden Betroffene als Experten in eigener Sache noch viel zu wenig einbezogen. So kommt zum Beispiel bei Umbauten oft etwas heraus, was zwar gut gemeint ist, aber nicht praktikabel. Wir sehen uns als Interessenvertretung mit dem Ziel, zu einer Anlaufstelle für Organisationen, Institutionen, Unternehmen usw. zu werden, um sie im Hinblick auf Barrierefreiheit und alle anderen Aspekte der Mobilität zu beraten.


    Welche nächsten Schritte stehen jetzt für Sie an?


    Aktuell arbeiten wir daran, eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. Was wir uns wünschen, sind auch Kooperationen, zum Beispiel mit dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben in Köln. Außerdem wollen wir künftig praktische Trainings anbieten, etwa zum Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln.