Haus Rheinfrieden

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    ein Schüler liest in einem Buch
    Schüler in der Klasse
    13.03.13 14:28 Alter: 5 yrs
    Kategorie: Haus Rheinfrieden Pressemitteilungen
    13.03.13

    Schüler lernen von Lessings humaner Botschaft


    Saladin und Recha

    Der Moslem Saladin (Walter Förster) erkennt in der Christin Recha (Andrea Ostermann) die Tochter seines Bruders Assad.

    Nathan und Recha

    Nathan (Joachim Holzhey) umarmt seine Tochter Recha (Andrea Ostermann), die er im jüdischen Glauben erzog.

    Forum-Theater Wien spielt „Nathan der Weise“ in Rhöndorf

    Theater in Rhöndorf hat Tradition, die Teilhabe junger Menschen mit Behinderung am kulturellen Leben ist ein besonderes Ziel am Nell-Breuning-Berufskolleg. Das Ensemble des Forum-Theaters aus Wien ist in dieser Sache ein ständiger Gast am Drachenfels mit Aufführungen von Frischs „Biedermann“ und Andorra“, Kleists „Zerbrochenem Krug“ oder auch des „Tagebuchs der Anne Frank“.

    Der Förderverein (Freunde und Förderer des NBBK) hilft großzügig bei der Finanzierung des Projekts, das in diesem Jahr von den beiden Praktikanten Daniel Dietzler und Patrick Kluth bravourös abgewickelt wurde. Sie luden ein, machten Kasse und halfen beim Auf- und Abbau. Die JG-Einrichtung erfreute sich am Spiel des Wiener Theaters, die in diesem Jahr Gotthold Ephraim Lessings dramatisches Gedicht „Nathan der Weise“ vor über 100 Zuschauern auf die Bühne der neuen Aula brachte.


    Lessings „Nathan“, ein aufgeklärtes Drama aus dem Jahr 1779,  präsentiert sich auch heute noch als ein zeitaktuelles Stück, das den Ausgleich der Weltreligionen und der Weltkulturen zum Thema macht. Das Stück spielt im Jerusalem zur Zeit des 3. Kreuzzuges und ist ein Verwirr-spiel. Sultan Saladin (würdevoll von Walter Förster dargestellt) herrscht über der umkämpften Stadt und begnadigt den christlichen Tempelherrn Curd von Stauffen (konzentriert gespielt von Fatih Köse) allein deswegen, weil er seinem verstorbenen Bruder Assad ähnlich sieht. Dieser hat aber auch Recha, die Ziehtochter des reichen jüdischen Kaufmanns Nathan vor den Flammen gerettet, ohne das jüdische Mädchen (anmutig: Andrea Ostermann) weiter zu beachten. Nathan aber (im Zentrum des Spiels: Joachim Holzhey) ist ihm zu Dank verpflichtet und der Christ verliebt sich in Recha, als er erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter Nathans ist, sondern einer christlichen Familie entstammt. Saladin hört von Nathans humaner Einstellung und lädt ihn ein – auch um mit ihm über einen Kredit sprechen zu wollen. Saladin wird aber von Nathans Weisheit in der Ringparabel überzeugt, erkennt sein ehrliches Streben nach Freundschaft und nach Ausgleich der Weltreligionen, vor allem nachdem er erfährt, dass Recha und Curd die leiblichen Kinder seines Bruders Assad sind. Das Spiel endet mit der Verbrüderung von Christentum, Judentum und Islam, einem Happy-End „unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmungen“, wenn da nicht im Schlussakkord schicksalhafte „Sieg Heil“-Rufe ertönen würden, die auf die Tragik des Judentums hinweisen und auch als Mahnung für zukünftige Generationen gelten.


    Einrichtungsleiter Matthias Menge und Schulleiter Hans Peter Küpper unterstützen diese kulturelle Teilhabe in ihrem Haus Rheinfrieden ohne Wenn und Aber: „Bildung und Gesellschaft gehören zusammen und im Theater spiegelt sich die Gesellschaft. Unsere Schüler gewinnen dadurch eine neue inklusive Perspektive.“